Blühende Bänder 2.0

Neuen Lebensraum für Insekten schaffen und damit ihren Bestand fördern – das ist das Ziel des Projekts Blühende Bänder, das der Lehrstuhl für Renaturierungsökologie der Technischen Universität München gemeinsam mit Green City e.V. durchführt.

Gelbbindige Furchenbiene

Blühende Bänder 2.0

Neuen Lebensraum für Insekten schaffen und damit ihren Bestand fördern – das ist das Ziel des Projektes Blühende Bänder, das der Lehrstuhl für Renaturierungsökologie der Technischen Universität München gemeinsam mit Green City e.V. durchführt.

Ein neuer Lebensraum für Wildbienen und Hummeln!

Seit 2019 und bis 2022 wird an 80 Stellen in München karges Straßenbegleitgrün in naturnahe, klimaangepasste Blühflächen umgewandelt. Die Wissenschaftler*innen untersuchen, ob sich dadurch die Zahl der Wildbienen und anderer Bestäuber erhöht und wie sich die Population entlang der „Blühenden Bänder“ entwickelt. Begleitend zum Forschungsvorhaben weitet Green City e.V. das Projekt zu einem vollwertigen Naturerlebnisprojekt aus: „Blühende Bänder 2.0“ mit einem umfangreichen Bildungsangebot und Mitmachaktionen für Bürger*innen.

Von den „Blühenden Bändern“ profitieren heimische Wildpflanzen und nützliche Insekten.

Viele Tiere finden in akkurat getrimmten, aufgeräumten Parks und auf kurz gemähten Grünflächen immer weniger Nahrung und Brutplätze. Schwindende Lebensräume erschweren vielen Wildtieren das Überleben, nicht nur in der Stadt. Von den „Blühenden Bändern“ profitieren nicht nur die heimischen Wildpflanzen, sie bieten auch vielfältige Nahrung und Lebensraum für nützliche Insekten wie Schwebfliegen, Hummeln und andere Wildbienenarten. Und auch wir Menschen profitieren – denn solche Flächen sind farbenfroh, kühlen im Sommer die Umgebung und viele der dort geförderten Insekten sind wichtige Nützlinge für Balkone und Gärten.

Straßenbegleitgrün wird zu „Blühenden Bändern“.

In Städten sind Grünstreifen entlang vieler Straßen sogenannte „eh da“-Flächen. Sie sind ohnehin vorhanden und müssen regelmäßig gepflegt werden. Eine Umgestaltung dieses Straßenbegleitgrüns ist meist viel einfacher als das Umgestalten von Flächen in öffentlichen Parks oder Grünanlagen. In der Regel werden die Grünstreifen mit robusten Rasenansaaten versehen und häufig gemäht. Meist findet sich dort nur sehr wenig Artenvielfalt: Durch die intensive Trittbelastung und die hohe Nährstoffbelastung, z.B. durch die Nutzung als Hundetoilette, kommen dort nur sehr wenige, robuste und schnellwachsende Pflanzenarten vor.

Viele Insekten ernähren sich hauptsächlich pflanzlich, von Nektar, Pflanzensäften und verschiedenen Pflanzenteilen. Dabei sind sie jeweils auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Einige Arten, zum Beispiel innerhalb der Wildbienen oder Schmetterlinge, sind sogar auf eine einzige Pflanzenart angewiesen. Wenn diese Art – die Wirtspflanze – nicht vorkommt, kann auch die entsprechende Tierart – der Gast – nicht existieren.

Die Vielfalt von Insektenarten hängt von der Pflanzenvielfalt ab.

Weil die Vielfalt der Insektenarten unmittelbar von der Vielfalt an Pflanzen abhängt, werden im Rahmen des Projekts  geeignete Flächen im Straßenbegleitgrün idenifiziert, abgemagert und dort anschließend vielfältige Blühflächen eingesät. Die Samenmischung besteht ausschließlich aus gebietsheimischen Pflanzenarten. Es handelt sich also um Wildblumen und -gräser, die in und um München natürlich vorkommen. Je mehr solcher Pflanzenarten in einem Lebensraum wachsen und blühen, desto mehr Insektenarten finden Nahrung für sich und ihren Nachwuchs. Werden diese Flächen nur selten gemäht und dürfen Pflanzen über den Winter stehen bleiben, dann können solche Flächen auch als Quartier zum Überwintern genutzt werden und sind im kommenden Frühjahr eine Keimzelle für eine neue Population nützlicher Insekten.

Die Umgestaltung der Flächen im Sinne des Artenschutzes sorgt für eine Klimaanpassung und ein gesundes Mikroklima in der Stadt!

Auch für uns Menschen bringen die „Blühenden Bänder“ große Vorteile mit sich: Die besondere Mischung verschiedener heimischer Wildpflanzen ist speziell an das Stadtklima angepasst und hat einen sehr langen Blühzeitraum, vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein. Die kräftigen Wurzeln gelangen in heißen Sommern besser an Wasser als normaler Rasen und sorgen für erfrischende Abkühlung, wenn Wasser aus tieferen Bodenschichten über die Blätter verdunstet. Umgekehrt kann das Regenwasser bei Starkregen entlang der Wurzeln viel schneller in den Boden eindringen und in der Tiefe versickern, wodurch das Überschwemmungsrisiko in der Umgebung sinkt. Somit hilft die Umgestaltung der Flächen dem Artenschutz und sorgt zusätzlich für eine Klimaanpassung und ein gesundes Mikroklima in der Stadt!

Blüte einer Kornblume (Cyanus segetum) im Klimakammerversuch der TUM
Blüte einer Kornblume (Cyanus segetum) im Klimakammerversuch der TUM

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Der Lehrstuhl für Renaturierungsökologie an der Technischen Universität München ist mit dem Projekt Teil des Zentrums Stadtnatur und Klimaanpassung (ZSK). www.zsk.tum.de

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